Nachgefragt: Was ist mechanischer Hygieneschutz?

Im Falle möglicher Ansteckung mit dem Corona-Virus steht wie für alle infektiösen Krankheitserreger die eiserne Faustregel im Vordergrund, immer und bestens alle zugänglichen Schleimhäute zu schützen. Diese Schleimhäute sind Schleusentor für Krankheitserreger und befinden sich an erster Stelle im Gesicht.

Was bedeutet mechanischer Hygieneschutz?

Unter mechanischem Hygieneschutz versteht man Schutzkleidung, Schutzprodukte und Hygieneartikel, die schützenswerte Stellen mit geeigneten zusätzlich Materialien schützen.

Was bewirkt ein mechanischer Schutz?

Ein mechanischer Schutz reduziert bzw. minimiert im normalen Körperkontakt die Gefahr einer möglichen Ansteckung von außen mit dem Ziel, dass ein Erreger nicht in den Körper eindringen kann. Mit anderen Worten, ein optimaler mechanischer Hygieneschutz soll unter Schutzbedingungen einen normalen Körperabstand  zwischen mehreren Personen ermöglichen.

Mechanischer Schutz darf nicht verwechselt werden mit einem Schutz vor der Erkrankung durch einen Krankheitserreger. Ob es zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt, hängt von den vorhandenen Antikörpern bzw. von einem intakten Immunsystem ab. Schutz bietet grundsätzlich ein ausreichend ausgebildetes Immunsystem, das auf zwei Wegen erreicht werden kann:

      • Auf natürliche Weise, indem man die Krankheit durchgemacht hat.
      • Auf künstliche Weise/ als vorbeugende Maßnahme durch Impfung.

Welche Arten von mechanischem Hygieneschutz gibt es für die Gesichtsschleimhäute?

Es gibt zwei handelsübliche praktische Lösungen, die einen bestmöglichen mechanischen Schutz der Gesichtsschleimhäute bieten: 

      • Mundschutz plus Schutzbrille 
      • Gesichtsvisier als durchgängiger Gesichtsschutz

Völlig unverständlich ist für Hygieneexperten die mangelnde Aufklärung darüber, wie empfindlich die Augenschleimhäute sind. Ein ausreichender Augenschutz ist mindestens so wichtig wie für den Mund- und Nasenbereich!

Mundschutz/ Mundmaske

Wir klassifizieren einen Mundschutz als einen mechanischen Teilschutz, weil er die empfindliche Augenpartie nicht schützen kann. Ein Mundschutz unterhalb der Klasse FFP3 verhindert zuverlässig den Austritt von Tröpfchen von einer Person bzw. den Austausch von Tröpfchen zwischen mehreren Menschen und reduziert die Geschwindigkeit der ausgestoßenen Tröpfchen. Das Sekret bleibt an dem Vlies oder Stoff sowohl an der Innenseite als auch an der Außenseite hängen. Die Durchlässigkeit hängt stark von Dichte des verwendeten Materials ab. Je undurchlässiger das Material ist, desto höher ist zwar der mechanische Schutz, was mit dem Nachteil verbunden ist, dass das Atmen und das Sprechen schwerfallen und es relativ schnell warm und feucht unter dieser Maske wird. Leider lösen diese Unannehmlichkeiten den gefährlichen Griff ins Gesicht und den möglichen Kontakt mit den Schleimhäuten aus. Inwieweit sich Viren in dem feuchten Milieu vor dem Mund einnisten und vermehren könnten, kann bis heute nicht eindeutig nachgewiesen werden. Empfehlenswert sind Masken, die nicht direkt auf den Mundschleimhäuten aufliegen, oder diese Ausführungen werden nach jedem Gebrauch sofort gewechselt. 

Ein Mundschutz der Klasse FFP2 kann das Eindringen von Viren nicht wirksam verhindern. Das können nur Masken ab  der Klasse FFP3 zuverlässig leisten, wobei aktuell untersucht werden muss, ob das Corona-Virus noch der Risikogruppe 3 entspricht oder in eine höhere Risikogruppe gehört. Dann wäre eine individuelle Schutzberatung sinnvoll. 

Ein Mundschutz ohne Augenschutz ist halber Hygieneschutz. Deshalb empfehlen wir dringend, zusätzlich eine wie immer geartete Brille zu tragen. Den besten Schutz leisten Schutzbrillen.

Gesichtsvisier/ Gesichtsmaske/ Spritzschutz

Ein Gesichtsvisier besteht aus einer durchgängigen Kunststofffolie aus stabilem Material, das in einem Stück das gesamte Gesichtsfeld zuverlässig und dicht im Front- und Seitenbereich abdeckt. Ein Gesichtsschutz hat folgende Vorteile:

      • Der Griff ins Gesicht wird zuverlässig unterbunden.
      • Ein direkter Austausch von Tröpfchen wird wirksam reduziert.
      • Alle Schleimhäute im Gesicht werden geschützt.

Aufgrund des hohen Tragekomforts ist eine Gesichtsmaske sehr gut für Einsätze über einen längeren Zeitraum geeignet. Das Gesicht bleibt optisch komplett frei. Es kann ungehindert geatmet und gesprochen werden. Der seitliche Luftaustausch sorgt für ausreichende Belüftung. Es gibt Kombilösungen, wodurch auch eine notwendige Atemschutzmaske problemlos getragen werden kann. Der Atemausstoß gegen Dritte wird von dem Kunststoffvisier 100%-ig abgehalten. Zur Zeit laufen Untersuchungen darüber, wieviel Atemluft und mit welcher Luftströmung seitlich entweichen kann. Ein Gesichtsvisier leistet keine Filterfunktion.