Nachgefragt: Wie funktioniert eine Ansteckungskette?

Leider fehlt es nach wie vor an der notwendigen Aufklärung, wie es überhaupt zu einer Ansteckung mit einem Krankheitserreger kommen kann und was für eine Rolle ein richtiges Hygieneverhalten spielt.

Es gibt zwei Bereiche der Hygiene, einmal das richtige Hygieneverhalten und zum anderen den mechanischen Hygieneschutz, der eine Übertragung eines Krankheitserregers über die Schleimhäute in den Körper unterbinden soll. Schutz bedeutet also nichts anderes als den menschlichen Körper vor dem Eindringen eines für den Menschen gefährlichen Erregers mit allen Mitteln zu schützen. Dazu muss man die drei zugrundeliegenden Übertragungsketten richtig verstehen. diesem Beitrag wollen wir einen kompakten Überblick über die grundlegenden Übertragungsketten von infektiösen Krankheitserregern geben und die wichtigsten Verhaltensweisen vorstellen, die zu einem verbesserten Hygieneverhalten ohne mechanischen Schutz führen. 

Es gibt grundsätzlich drei Übertragungsketten, die eine Ansteckung mit einem Krankheitserreger möglich machen. Diese Übertragungsketten gelten grundsätzlich für die Verbreitung Krankheitserregern, mit denen sich Menschen untereinander infizieren können.

Berühren der Gesichtsschleimhäute.

Über die Schleimhäute im Gesicht sind für infektiöse Krankheitserreger Tor und Tür geöffnet, um in den Körper eindringen zu können. Der Ausbruch der Krankheit findet nicht am Körper, sondern im Körper statt. An erster Stelle stehen Hände als mögliche Überträger, aber auch Gegenstände wie Brillen etc. wenn sie zuvor mit einer infektiösen „Schmiere“ in Kontakt gekommen sind. Man reibt, schmiert infektiöses Material auf die Mund-, Nasen- und Augenschleimhäute, die eine hohe Aufnahmebereitschaft für Erreger haben.

Notwendige Hygieneregeln:

Häufiges Händewaschen ist eine grundsätzliche Hygieneregel, die die unkontrollierte  räumliche Verbreitung von Erregern und Keimen unterbinden soll. Desinfizierte Hände  können auch keine Erreger/ Keime unmittelbar auf die Schleimhäute im Gesicht übertragen. Eine erneute Infektion der Hände zwischen zwei Händewaschungen ist aber keineswegs ausgeschlossen.

Wenn der – meistens reflexartige – Griff ins Gesicht dann nicht wirksam unterbunden wird, tritt die Infektionsgefahr über diese Übertragungskette wieder ein.

Deshalb gilt gerade jetzt eine eiserne Regel: Finger aus dem Gesicht!

Tipp:  Gummihandschuhe sind eine zweite Haut an den Händen und nehmen infiziertes Material genau gleich auf. Gummihandschuhe sind zum Einmalgebrauch da und sollten nach jedem Kontakt in der Öffentlichkeit umgehend entsorgt werden. Eigentlich müssten dazu überall entsprechende Behälter aufgestellt werden. Achten Sie auch auf Gegenstände, die Sie ins Gesicht führen möchten.

Tipp: Sie sollten zurzeit auf Kontaktlinsen verzichten. 

Das Prinzip Tröpfchenübertragung.

Die Absonderung von infektiösem Sekret durch Husten, Niesen, Sprechen/ Lachen kann in Form von sog. Tröpfchen auf die ungeschützten Schleimhäute im Gesicht oder durch Einatmen in die Atemwege gelangen.

Die Geschwindigkeit dieser relativ großen Sekret-Tröpfchen ist hoch und erfordert einen Mindestabstand von 2,5 m voneinander. Grundsätzlich sollen Dritte nicht direkt „angesprüht“ werden, weshalb die Empfehlung ausgesprochen wurde, in die Armbeuge zu husten bzw. zu niesen. Zuverlässige Studien zeigen, dass bereits auf dem Weg zur Armbeuge trotzdem eine ausreichende Anzahl von Tröpfchen unmittelbar in die Umgebung abgegeben werden kann; ganz zu schweigen von allergischen Reaktionen, wie sie beispielsweise durch Heuschnupfen spontan auftreten und schlecht kontrolliert werden können.

Die besten Hygienemaßnahmen ohne mechanischen Schutz:

1. Einen Abstand im Radius von mindestens 2,5 m halten.

Als zentrale Hygienemaßnahme gilt in Deutschland eine Abstandsregelung von mind. 1,5 m bis 2,0 m im öffentlichen Leben. Diese Bemessung liegt unter dem empfohlenen Abstand von 2,5 m, um den Anflug von infektiösen Tröpfchen weitgehend sicher vermeiden zu können. Diese politisch festgelegte Abstandsregelung kann zuverlässig in Warteschlangen nach vorne und nach hinten eingehalten werden, nicht aber die Einhaltung des gesamten Radius rundum.

2. Sozialen Kontakt vermeiden.

Diese Regel gilt nur für den direkten Kontakt mit bereits erkrankten Menschen und der unmittelbaren Umgebung und kann durch einen guten mechanischen Hygieneschutz sowie durch ein sorgfältiges Hygieneverhalten weitgehend ersetzt werden. Das kennen wir alle aus unserem Alltag, wenn sich z. B. ein grippekranker Mensch in unserer Umgebung aufhält.

Voraussetzung ist, dass die erkrankte Person oder Personengruppe zuverlässig identifiert worden ist. Die Bundesregierung hat beschlossen, keine Testverfahren und Testprozesse durchführen zu lassen, die eine flächendeckende Identifizierung von infizierten und nicht infizierten Menschen zulässt. Wie bekannt ist, stehen verschiedene Experten der Vorgehensweise in Deutschland sehr kritisch gegenüber und empfehlen andere Wege der zuverlässigen Identifizierung. Die Bundes-regierung hat sich stattdessen für den Weg einer Isolation entschieden. Über die Folgen einer solchen Isolationspolitik wird zurecht heftig gestritten.

Aerosole Übertragung.

Man kann darunter eine Art Nebelübertragung verstehen. Infektiöses Sekret, das in mikroskopisch kleinen Teilchen ausgestoßen wird, bildet mit der Luft ein infektiöses Luftgemisch, das frei eingeatmet werden kann. Der Ausstoß von infektiösem Sekret im Nano- bzw. Mikrometerbereich erfolgt normalerweise beim normalen Atmen und Sprechen von infizierten Personen.

Ein infektiöses Luftgemisch ist die Folge von ausgestoßenem infektiösem Sekret in Form von Tröpfchen, die sich, wenn sie sich in einer Größenordnung im Nano-/ Mikrometerbereich bewegen, mit der Luft verbinden und ungehindert eingeatmet werden können. Diese Form der Übertragung entsteht vor allem in geschlossenen Räumen, die nicht gelüftet werden können oder schlecht gelüftet werden. Bis heute können wissenschaftliche Studien eine aerosole Übertragung des Corona-Virus über die Luft jedoch nicht eindeutig nachweisen.

Das muss auf jeden Fall getan werden.

Regelmäßiges Lüften der Räume

Ein regelmäßiges Lüften, noch besser ein Querlüften, von Räumen ist ein wichtiger Beitrag zu einer optimalen Lufthygiene und ist eine wichtige Maßnahme für die allgemeine Gesunderhaltung.

Geschlossene Räume, in denen kein regelmäßiger Luftaustausch stattfinden kann, sollten zurzeit gemieden werden, solange nicht eindeutig geklärt ist, welche Rolle die aerosole Übertragungskette spielen könnte.